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Sendbrief von Matthias Flacius Illyricus an einen guten Freund (VD16: F 1499)

Flacius, Matthias (auf Titel)

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wahrhafftig gehandelt
wird.
1562.

Druck

Erscheinungsort
Eisleben (erschlossen)
Drucker
Gaubisch, Urban (erschlossen)
Erscheinungsjahr
1562 (auf Titel)
Kommentar Druck
Ornament auf Titelblatt
Umfang und Format
4 Blatt 4°
VD 16-Nummer
F 1499
Bestandsnachweis HAB
H 12.4° Helmst. (13)
Weitere Exemplare
513. 24 Theol. (22)
Digitalisat
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Inhaltsbeschreibung

Kontroverse
Allgemeiner Druck
Kommentar
Mit diesem Druck setzt sich der am 10. Dezember 1561 aus seiner Jenaer Professur entlassene Matthias Flacius Illyricus mit sehr persönlichen Worten zur Wehr gegen die in dem Einblattdruck „Newe Zeitung. Von Entvrlaubung Flacij Illyrici“ (VD 16: --) gegen ihn erhobenen Vorwürfe. Er habe nichts gegen Drucke, die sich mit seiner Entlassung aus Jena auseinandersetzten, doch müssten diese bei der Wahrheit bleiben. Der Einblattdruck weise keinen Autor und keinen Drucker aus, wie dies der wiederholte Reichstagsabschied (Reichspolizeiordnung 1530, 1548 wiederholt) fordere. Es sei eine dreiste Lüge zu behaupten, er sei wegen des Abfalls von der wahren Lehre und von Luthers Schriften aus Jena entlassen worden. Auch sei der Vorwurf nicht wahr, dass verbotene Schriften, Lügen und Schmähungen in Jena ausgebreitet worden seien. Die Bezeichnung „Sophist“ werde immer dann gegen ihn verwandt, wenn man keine Argumente zur Widerlegung seiner Position finden könne. Zur Mahnschrift an den Pfarrer in Jena stehe Flacius heute noch. Seine eigenen Schriften widerlegten den Vorwurf, die Rechtfertigungslehre verändert und das Predigtamt an seiner Arbeit gehindert zu haben. Wenn Gott nicht Flacius und seine Kollegen erweckt hätte, dann würde auch der Autor des Einblattdruckes „vber die ohren“ im Interim, der Adiaphoristerei, Majoristerei, Osiandristerei, Schwencfeldisterei, Synergisterei und in den Irrlehren der Sakramentierer stecken. Trotzdem behaupte der Zettel, sie hätten nichts Gutes in der Kirche Gottes getan. Die Auflage, keine Bücher zu drucken ohne ausdrückliche Genehmigung des Fürsten, sei aber gegen den Befehl Gottes und das Gewissen der theologischen Lehrer gewesen. Doch hätten sich alle Irrtümer, gegen die Flacius bisher gestritten habe, sich in der Tat als gottlos erwiesen. Seine Bücher seien nicht so bitter wie die der Adiaphoristen. Auch habe er keinen gröblich beleidigt in Jena. Vielmehr habe er alle Angriffe in Jena ausgehalten. Der Teufel wirke jetzt mächtig am Ende der Zeiten. Er wirke Lügen und Mord gegen die reinen und treuen Lehrer. „Der allmechtige ewige Gott erbarme sich vber seine kirche vnd trewe Lerer / Amen.“, A 4v.

Zitierhinweis

Sendbrief von Matthias Flacius Illyricus an einen guten Freund, in: Controversia et Confessio Digital. Herausgegeben von Irene Dingel. <http://www.controversia-et-confessio.de/id/d388c1c1-f927-4787-9370-f1ea7c6fb717>. (Zugriff am 27.11.2021)

Dieser Text steht unter einer CC BY 4.0 Lizenz.

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