Bibliographie/Quellen

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Bekenntnis von dem Artikel der Justifikation (VD16: M 2005)

Major, Georg (auf Titel)

Bekentnis
D. Georgij Maio=
ris von dem Artickel der Iusti=
fication / das ist / von der Lere / das der
Mensch allein durch Glauben / on alle
verdienst / vmb des HErrn Christi wil
len / vergebung der sünden habe /
vnd fur Gott gerecht / vnd Erbe
ewiger seligkeit sey.
Vnd von guten wercken / welche dem
warhafftigen Glauben / als früch=
te der gerechtigkeit / folgen sollen.
Wittemberg.
Gedruckt durch Hans Lufft /
1558.

Gegner:
Amsdorf (Amsdorff), Nikolaus (aus Text oder Kolophon)

Druck

Erscheinungsort
Wittenberg (auf Titel)
Drucker
Lufft, Hans (auf Titel)
Erscheinungsjahr
1558 (auf Titel)
Kommentar Druck
nach Angaben Majors wurden von diesem Text und seiner lat. Übersetzung mehr als 5.000 Exemplare verkauft
Umfang und Format
7 Bl. 8°
VD 16-Nummer
M 2005
Bestandsnachweis HAB
G 165. 4° Helmst. (4)
Weitere Exemplare
G 675. 4° Helmst. (12); Yv 125.8º Helmst. (2); H 139A.4º Helmst. (13); H 139A.4º Helmst. (20); 238.6 Quod. (1); 151.28 Theol. (9); 488.5 Theol. (1); V 462 (102)
Edition
Ediert lat. u. dt. in unserer Ausgabe Bd. 3, Nr. 12, S. 440-467.
Digitalisat
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Inhaltsbeschreibung

Kontroverse
Synergistischer Streit
Kommentar
Major verwahrt sich gegen den Vorwurf, er lehre in dem Artikel von der Rechtfertigung nicht richtig. Er habe sich zwar schon gegenüber den Wohlmeinenden verteidigt. Doch seine Widersacher würden weiterhin ihn lästern und auch die Universität Wittenberg und die sächsische Kirche seinetwegen angreifen. Deshalb wolle er nochmals sein Gewissen reinigen und eine Erklärung von der Justifikation abgeben. Er entfaltet den Artikel der Rechtfertigung aus Gnaden ohne Verdienst, denn wenn sie auf dem eigenen Verdienst beruhte, könnten wir nich gewiss sein wegen der bösen Natur des Menschen. Die zugesprochene Barmherzigkeit und Vergebung der Sünden kann nur im Glauben empfangen werden. Christus muss Anfang, Mitte und Ende der Rechtfertigung bleiben; Menschenwerk, ob praecedentia, concurrentia aut sequentia, sollen davon ausgeschlossen und getrennt bleiben. Im folgenden Abschnitt Von guten Werken fordert Major, daß im gerechtfertigten Menschen, in dem Christus eine neue Kreatur geschaffen hat, als Früchte des Glaubens die guten Werke folgen sollen als ein Zeichen, daß ein solcher Mensch Christus erkannt hat. Doch werden die Menschen nicht wegen solcher Werke gerecht, sondern bleiben allein aus Gottes Gnade gerecht gegen die "essentiale iustitia" Osianders, die "iustitia inhaerens" des Interims und die papistischen Irrtümer in der Rechtfertigungslehre. Zudem sei es wichtig zu wissen, daß die "iustificati", wenn sie wieder in Sünde fallen und darin verharren, die Gerechtigkeit und das ewige Leben wieder verlieren. Um diesen Schiffbruch zu vermeiden ist es von Nöten, in Glauben, angefangener Bußfertigkeit und Gehorsam zu verharren oder nach dem Rückfall erneut Buße und Bekehrung zum Glauben zu tun. Anschließend verwahrt er sich gegen die Behauptung, jemals die Worte "Gute Werke sind den Gläubigen zur Seligkeit nötig" gebraucht zu haben. M. rekapituliert den Vorwurf Amsdorfs aus einer Schrift von 1551, er sei von der wahren Lehre abgewichen und wiederholt die Formulierung aus seiner Antwort von 1552, daß gute Werke wegen des schuldigen Gehorsams gegen Gott nötig, aber nicht verdienstlich für die Vergebung der Sünden etc. seien. Er habe gehofft, damit Amsdorf zufrieden gestellt zu haben, doch seien statt dessen 1552 Angriffe Amsdorfs. Flacii und Galli erschienen. Wiederum sei von ihm Rechtfertigung verlangt worden. Deshalb habe er 1553 eine Predigt in Leipzig veröffentlicht, deren Erklerung zu den guten Werken er erneut abdruckt: Daß die von Gott gebotenen guten Werke und der neue Gehorsam den Gläubigen gegenüber ihrem Vater zur Seligkeit nötig sind, nicht um diese zu verdienen, sondern als Werke des wahren Glaubens und als Früchte der Wiedergeburt, die dem Glauben folgen. Doch soll sich das Herz nicht auf diese Werke, sondern allein auf den Gnadenstuhl Christus verlassen. Damit sei deutlich, daß die Vorwürfe gegen ihn nicht zuträfen und daß die Lehren der Antinomer teuflische Lügen seien. Damit habe er gehofft, Ruhe zu haben, doch sei das Geschrei und Geschreibe weitergegangen. Er habe um der Ruhe willen fünf Jahre geschwiegen, doch sei der Unsinn geschrieben worden, gute Werke seien schädlich zur Seligkeit und daß die höchste Kunst des Christen sei, von keinem Gesetz zu wissen. Durch solche Reden werde die Unsinnigkeit der Antinomer und das gottlose Leben gestärkt. Major schreibt, er könnte wohl seinen Widersachern manches antworten, wolle es aber um des Friedens willen unterlassen und die strittigen Worte "Gute Werke sind zur Seligkeit von nöten" nicht mehr gebrauchen. Darum bitte er alle Christlichen Obrigkeiten dafür zu sorgen, daß sie ihre Theologen und Prediger dazu anhalten, daß die Kirche nicht weiter durch dauerndes Lästern gestört und betrübt werde.

Zitierhinweis

Bekenntnis von dem Artikel der Justifikation, in: Controversia et Confessio Digital. Herausgegeben von Irene Dingel. <http://www.controversia-et-confessio.de/id/d7938b2f-a5d1-457a-af48-f5a2410bfd17>. (Zugriff am 15.11.2019)

Dieser Text steht unter einer CC BY 4.0 Lizenz.

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