Bibliographie/Quellen

Zur Übersicht

2065 Quellen in dieser Liste. Sie sehen die Quelle 1677.

Antwort auf allerley Sophistereien des pelagianischen Accidentis (VD16: F 1299 / ZV 22424)

Flacius, Matthias (auf Titel)

Christliche vnd Be=
stendige Antwort / Matth. Flac.
Illyrici / auff allerley Sophistereyen des Pe=
lagianischen Accidentis / zur Erkentnus beyde
vnserer Kranckheit vnd des Artztes Chri=
sti sehr nützlich.
DIE Erbsünde wird am reichlichsten gehandelt vnd be=
schrieben / Rom. 5. 6. 7. vnd 8. Alda bezeuget der Heili
ge Geist / das sie ein solche gewaltige Krafft oder Kö=
nig sey / der da listiglich im gantzen Menschen regiere / vnd wircke
vernünfftige werck / als da sein mancherley begirde vnd lüste /
sampt anderen vntugenden vnd wirckliche(n) Sünden / welcher auch
streite wider Gott / sein Wort / vnd dem newen Menschen / vnd
auff des Gesetzes anklag erwache / sich darwider setze / vnd nur de
sto boshafftiger werde / misbrauche der Glieder / widerstehe al=
lem guten fürnemen der Gottseligen. Denselbigen König oder
Tyrannen vnd Feind Gottes nennet er alda das Fleisch vnd Sin
ne des Fleisches / dem man nicht gehorchen sol. Also leret auch
Christus vnd die gantze H. Schrifft / das das gröste vnd feindse=
ligste vbel / welches ein Schatz ist alles bösen / sey eben vnser bös
Hertz vnd blinde Vernunfft / das jnnerliche finstere Auge oder
verstand. Solchs leret auch D. Luther vber die Römer vnd son
ste. Vnd Augustinus de ciuit: Dei. 15. cap. 7. Aber die Ma=
nicheer leren / es sey etwas / das der böse Geist erschaf=
fen / vnd von aussen in den Menschen gegossen
vnd eingemischet / vnd jn also da=
mit verderbt hat.
Anno. M. D. LXXII.

Gegner:
Wigand, Johannes

Druck

Erscheinungsort
Oberursel/Taunus (erschlossen)
Drucker
Henricus, Nikolaus (erschlossen)
Erscheinungsjahr
1572 (auf Titel)
Kommentar Druck
Neuerdings in VD 16 zu einer Aufnahme zusammengefasst.
Umfang und Format
24 Blatt 4°
VD 16-Nummer
F 1299 / ZV 22424
Bestandsnachweis HAB
Alv.: U 125 (3)
Weitere Exemplare
240.83 Quod. (2) (Unvollständig)
Digitalisat
Verknüpfung zu Volltextdigitalisat - Externes Angebot

Inhaltsbeschreibung

Kontroverse
Erbsündenstreit
Kommentar
Flacius beginnt diese Verteidigungsschrift mit einer Vorrede an Graf Vollrath von Mansfeld. Die Auseinandersetzungen der letzten Jahre und die der Gegenwart seien als eschatologischer Kampf zwischen Gott und dem Teufel zu verstehen, in dem Irrlehre und Wahrheit miteinander streiten. Der Teufel wolle das helle Licht, das Gott durch Luther angezündet habe, wieder auslöschen und verführe darum die Theologen der Augsburger Konfession. Nach den Auseinandersetzungen um das Interim, die Adiaphora, dem Majoristischen und dem synergistischen Streit sei der aktuelle Angriff auf die reine Lehre bei den Akzidenzianern zu suchen. Er habe diese Irrlehre bereits in seinem "angelus tenebrarum" (F 1252) widerlegt und bitte nun Graf Vollrath, sich für eine friedliche Synode einzusetzen, auf der dieser Streit endgültig beendet werden könne. Einen guten Anfang sei durch das Straßburger Kolloquium am 10. August 1571 gemacht worden, bei dem er in Gegenwart aller Pfarrer dieser Stadt mit Andreae eine auch protokollierte Einigung getroffen habe, nach der die Erbsünde auch als Fleisch, Sinn des Fleisches, alter Adam, alter Mensch, verkehrtes oder steinernes Herz bezeichnet werden könne. Zu dieser Einigung stehe er nach wie vor wie auch zu den beiden vorher getroffenen Konsensen (Vgl. hierzu F 1505). Er habe auch niemals die These vertreten, dass die Erbsünde identisch sei mit der Person des Menschen, wie ihm von Wigand fälschlicher Weise unterstellt werde. Im "christlichen Unterricht", der auf die Vorrede folgt, vertritt Flacius die Position, dass die Erbsünde die Natur und das menschliche Wesen sei. Der Mensch sei seiner Natur nach als Gerechtigkeit und Gottes Bild erschaffen worden und hätte ewig leben können. Durch den Fall oder seinen Ungehorsam, verursacht durch den Mord der Schlange, sei er jedoch getötet worden. Adam und Eva seien so vom Ebenbild Gottes zum Ebenbild des Satans geworden, zu seinem Samen und zu seinen Kindern. Aus diesem Grund habe Gott die Taufe eingerichtet, bei der der Mensch aus dem bösen Bild des alten Adams in die neue Gestalt des geistlich erneuerten Menschen transformiert werde. Dabei werde das steinerne Herz mit einem geistlichen Herz ersetzt, das seinen Schöpfer preisen könne, die von Gott abgefallene, ihm unähnliche Natur wieder zu Recht gebracht. Christi Menschheit sei nicht aus dem verdorbenen Samen Adams geboren worden, sondern aus dem Heiligen Geist. Das böse Fleisch des Menschen sterbe und ein geistlicher Mensch werde auferstehen.

Zitierhinweis

Antwort auf allerley Sophistereien des pelagianischen Accidentis, in: Controversia et Confessio Digital. Herausgegeben von Irene Dingel. <http://www.controversia-et-confessio.de/id/c0d0255b-41c6-4469-99cb-77d0e63ad182>. (Zugriff am 22.10.2020)

Dieser Text steht unter einer CC BY 4.0 Lizenz.

Zur Übersicht