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Historia und Beschreibung des magdeburgischen Kriegs (VD16: B 2267)

Besselmeier, Sebastian (auf Titel)

Gründtlicher Be=
richt / des Magdeburgischenn
Kriegs / Schlacht / Belage=
rung / vnd fürnemsten Scharmützeln / Vnd alles
was sich von beyden teylen / Jnnen vnd ausser=
halb der Stadt / Vom anfang bis zum ende / zu=
getragen hat. Auffs kürtzste / warhaffti=
ger verfasset / denn zuuor mit vnfleiss
Jm Druck zu Basell /
ausgangen ist.
Durch Sebastian Bessel=
meyer Burger zu Magdeburg / so in solchen
hendeln bey vnd mit gewesen.

Druck

Erscheinungsort
Magdeburg (auf Titel)
Drucker
Rödinger, Christian d. J. (aus Text oder Kolophon)
Erscheinungsjahr
1552 (aus Text oder Kolophon)
Umfang und Format
32 Bl. 4°
VD 16-Nummer
B 2267
Bestandsnachweis HAB
202.93 Quod. (17)
Weitere Exemplare
L 241c.4º Helmst. (16); H 111.4º Helmst. (12); 160.10 Quod. (15); Yv 241.8º Helmst.; L 1001.4º Helmst. (17)
Digitalisat
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Inhaltsbeschreibung

Kontroverse
Widerstand gegen das Augsburger Interim
Kommentar
Dieser Druck von 1552 erscheint als chronistische Darstellung der Belagerung Magdeburgs durch die von Kaiser Karl V. unterstützten Truppen Georgs von Mecklenburg und Kurfürst Moritz’ von Sachsen zwischen September 1550 und November 1551. Ziel der Belagerer war die Exekution der wegen Verweigerung der Annahme des Augsburger Interims über die Elbmetropole verhängten Acht. Autor der Kriegschronik ist der evangelisch gesinnte Magdeburger Bürger Sebastian Besselmeyer, der sich im Kolophon als Augenzeuge zu erkennen gibt. Er ließ bereits 1551, unmittelbar nach dem Ende der Kampfhandlungen, zwei Ausgaben des Werkes in Magdeburg in Druck gehen, als deren vermeintlicher Drucker ein gewisser Hans Lorr d. J. Erwähnung findet. Anhand typographischer Untersuchungen ist jedoch nachzuweisen, dass diese Druckversionen vielmehr der Werkstatt Michael Lotters zuzuweisen sein dürften und die Bezugnahme auf die Person eines „Hans Lorr“ fiktiver Art ist. Im Folgejahr erschien der vorliegende Druck in der Offizin Christian Rödingers mit dem Hinweis, darin die überarbeitete Form einer zuvor in Basel nur unzureichend („mit unfleis“) gedruckten Version dieses Textes bieten zu wollen. Mit jener angeblich „mit unfleis“ hergestellten Variante können jedoch nur die unter dem Pseudonym „Lorr“ firmierenden Lotter-Drucke des Jahres 1551 gemeint sein. Der Text erweist sich als historiographische, vorwiegend an der militärischen Ereignisgeschichte orientierte, Darstellung im Stile einer Chronik. Als Intention für seine Publikation gibt Besselmeyer ein „klassisches“ causa-scribendi-Motiv der Geschichtsschreibung an: nämlich die Nachwelt über die Geschehnisse informieren zu wollen. Der Autor geht hierbei streng chronologisch und chronikalisch vor, theologische Bezugnahmen sind indes kaum erkennbar. Besselmeyer ergreift offen für die Magdeburger Partei; wenn er von „dem Feind“ spricht, so sind damit Georgs und Moritz’ Truppen oder die mit Karl V. verbündeten Fürsten selbst gemeint. Sein Bericht legt verschiedene Phasen der Belagerungsgeschichte offen: Im September 1550 schlossen Georg und Moritz die Stadt mit ihren Truppenaufgeboten ein. Versuche der Magdeburger, die Feinde vor den Toren der Stadt zu schlagen, scheiterten an deren zahlenmäßiger Überlegenheit und endeten nach verlustreichen Kämpfen mit dem Rückzug der Magdeburger hinter ihre Befestigungsanlagen. Besselmeyer schildert detailliert die sich daran anschließenden, monatelangen kleineren Gefechte, Scharmützel und Schanzarbeiten, wobei verschiedene Höhepunkte der Entwicklung hervortreten, wie die Einnahme der Neustadt durch die Belagerer im November 1550, die Erhöhung des Belagerungsdrucks auf die Stadt durch neue Truppenheranführung von Seiten Herzog Moritz’ im Frühjahr 1551 oder auch die Meutereiversuche der auf Magdeburger Seite kämpfenden Landsknechte. Die Friedensverhandlungen im September/Oktober 1551 beschreibt der Autor lediglich in knapper, deskriptiver Form. Ein resumierender Schlussteil widmet sich nochmals der eingangs formulierten Intention, der Nachwelt das Gedenken an den Magdeburgischen Krieg und seinen ereignisgeschichtlichen Bezugsrahmen zu erleichtern.

Zitierhinweis

Historia und Beschreibung des magdeburgischen Kriegs, in: Controversia et Confessio Digital. Herausgegeben von Irene Dingel. <http://www.controversia-et-confessio.de/id/dbb4d4e2-8717-4cca-92a9-31973d83ae20>. (Zugriff am 13.12.2019)

Dieser Text steht unter einer CC BY 4.0 Lizenz.

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