Bibliographie/Quellen

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Bericht der vorigen und jetzigen Handlungen von den Adiaphoris (VD16: P 2326)

Pfeffinger, Johann (auf Titel)

Grüntlicher vnd
Warhafftiger Bericht der
vorigen vnd jetzigen / für vnd
nach dem Kriege ergangen Hand=
lungen / von den Adiapho=
ris oder Mittel=
dingen.
Sampt einer Christlichen kur=
tzen verantwortung /
Doctoris Johannis
Pfeffinger.
Allen lieben Christen nützlich
vnd tröstlich zu wissen.
AD GALAT. I.
Si adhuc hominibus placerem, Christi
seruus non essem.
M. D. L.

Druck

Erscheinungsort
Leipzig (aus Text oder Kolophon)
Drucker
Bapst, Valentin (aus Text oder Kolophon)
Erscheinungsjahr
1550 (auf Titel)
Kommentar Druck
VD 16-Eintrag für P 2324 inzwischen aufgehoben; einzige Ausgabe in VD 16<br> Der Druck des "Gegenberichts" von Gallus (G 276), erschien schon am 1.11.1550.
Umfang und Format
91 Bl. 8°
VD 16-Nummer
P 2326
Bestandsnachweis HAB
825 Theol. (1)
Weitere Exemplare
S 329.8º Helmst. (2); 988.2 Theol. (3); 1158 Theol. (4) Berl DSB Dm 702 Gotha FB Th 349 Halle UB AB 155 774(2) Jena UB 8ºTheol.XXIII,2(3) Kiel UB Cb 1837/1 Lün SB Th 497(1) Mü UB 8ºTheol.2610 Wien NB 78.J
Edition
Ediert in unserer Ausgabe Bd. 2, Nr. 6, S. 642-730.
Digitalisat
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Vorwort

Autor
Pfeffinger, Johann (erschlossen)

Inhaltsbeschreibung

Kontroverse
Adiaphoristischer Streit
Kommentar
In seiner Vorrede zu dem Bericht über die Auseinandersetzungen um die Adiaphora schildert Pfeffinger das Wirken des bösen Feinds in dieser betrübten und gefährlichen Zeit, der versuche, das arme Häuflein Gottes zu zertrennen. Er bemühe sich nicht nur, die reine Lehre mit Missbräuchen zu verdunkeln und mit Gewalt zu unterdrücken, sondern auch inwendiges Ärgernis in die Kirche zu tragen. Er versuche, die Schüler gegen ihre Lehrer aufzuhetzen und diese bei der Welt in Verdacht und Verachtung zu bringen, um so den grausamen Epicurismus einzuführen. So solle auch jetzt die Disputation um die Adiaphora niemanden zu sehr ärgern. P. zieht Parallelen zum Streit unter den Aposteln, bevor er auf die aktuellen Ereignisse eingeht: Es seien einige unfreundliche und unbegründete Schriften zu den Adiaphora ausgegangen, von etlichen giftigen Leuten, die nicht selbst bei den Verhandlungen dabeigewesen seien und die anonym oder pseudonym offenkundige Unwahrheiten erdichtet hätten, nämlich dass die Theologen bei den Verhandlungen unchristliche Artikel akzeptiert hätten. Durch diese vom Teufel veranlassten Schriften seien auch einige gute Leute bewogen worden, ihnen zu glauben, und hätten ohne ausreichende Berichte darüber Schriften verfasst, die sie sicher nicht geschrieben hätten, wenn sie besser unterrichtet gewesen wären. Deshalb habe er als einer der Beteiligten den folgenden Bericht verfasst, in dem in chronologischer Ordnung berichtet werde, erstens, was die Präceptoren schon vor dem Krieg von den Adiaphora gelehrt hätten, zweitens, was Ursachen, Beweggründe und Maßgaben der Verhandlungen gewesen seien, und drittens, welche die strittigen Artikel seien. Außerdem würden etliche Argumente, mit denen die Verhandlungen kritisiert worden seien, widerlegt. Daraus werde ersichtlich, dass der reinen Lehre kein Abbruch getan und dass kein Missbrauch eingeführt worden sei, dass vielmehr alles aus christlichen Beweggründen geschehen sei. Wer die reine Lehre und christliche Einigkeit liebe und nicht über unnötige Dinge zanken wolle, werde mit der Erklärung zufrieden sein. Die anderen, die zu Unrecht den Theologen Neuerungen und Spaltungen vorwerfen, befehle man Gott an -- sie würden sich bald für ihre Kritik schämen und zurückziehen, zumal sie sich ohnehin schon in die Sicherheit einer großen Festung (Magdeburg) begeben hätten. Er wolle hier auch nicht bitter reden über die Undankbaren, die ihre Präceptoren wahrheitswidrig anklagen und wie die Nattern um des Anscheins der Beständigkeit willen deren Handlungen schinden. Gott möge sie bekehren zur Selbsterkenntnis. Zum Schluss der Vorrede bittet er den Leser um Nachsicht, dass ihn die Länge der Darstellung nicht verdrießen möge. -- Die Vorrede ist mit ihrer anonymen, gleichwohl beißenden Kritik an den Magdeburgern ein Meisterstück der Polemik und zog sofort heftige Antworten nach sich.

Zitierhinweis

Bericht der vorigen und jetzigen Handlungen von den Adiaphoris, in: Controversia et Confessio Digital. Herausgegeben von Irene Dingel. <http://www.controversia-et-confessio.de/id/ae9773c5-3da4-40dd-86f2-00e3cb0a8987>. (Zugriff am 29.07.2021)

Dieser Text steht unter einer CC BY 4.0 Lizenz.

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