Bibliographie/Quellen

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Clarissimae quaedam notae, dt. (VD16: F 1306)

Flacius, Matthias (auf Titel)

Etliche greiffliche
gewisse vnd scheinbarliche warzeich=
en / Daraus ein jeder wie geringes verstands er
auch sey / Wo er nur zu erforschung der warheit geneigt
sti / vermercken kan / das die Lehre der Euangelischen des
Herrn Christi Lehre selbs ist / vnd das der Papi=
sten Lehr falsch / Gottlos / vnd vom An=
tichrist erfunden ist.
Durch Matt. Fla. Illyr. gemehret vnd gebessert.
I. Petri V.
Seidt nüchtern vnd wachet / Denn ewer widdesacher
der Teuffel gehet vmbher / wie ein brüllender Lewe / vnd
suchet / welchen er verschlinge / Dem widderstehet fest im
glauben. Vnd wisset das eben dieselbigen leiden / vber ewre
Brüder in der Welt gehen.
Lucae IX.
Vnd was nutz hette der mensch / ob er die gantze Welt ge=
wünne / vnd verlöre sich selbs?
M. D. L.

Übersetzer:
N.N.

Druck

Erscheinungsort
Magdeburg (aus Text oder Kolophon)
Drucker
Rödinger, Christian d. J. (aus Text oder Kolophon)
Erscheinungsjahr
1550 (auf Titel)
Umfang und Format
58 Bl. 4°
VD 16-Nummer
F 1306
Bestandsnachweis HAB
F 1435 Helmst. (9)
Weitere Exemplare
173 Theol. (8); 369 Theol. (26); Alv.: Ef 104 (22)
Digitalisat
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Widmung

Empfänger
Bürgermeister, Rat und Gemeinde (aus Text oder Kolophon)
Umfang
A 2r - A 4v

Inhaltsbeschreibung

Kontroverse
Antikatholisch, Adiaphoristischer Streit
Kommentar
Mit diesem Druck möchte Flacius dem Bürgermeister, dem Rat und der Gemeinde von Lüneburg Kriterien an die Hand geben, das Wirken des Teufels und seiner Dämonen in der altgläubigen Kirche zu erkennen, um sich in gegenwärtigen Diskussionen dagegen schützen zu können. Er tut dies in zwei thematischen Kontexten: Zur Definition, wer zur Kirche Christi gehöre und wer nicht, macht Flacius einen Durchgang durch die Kirchengeschichte, mit dem er zeigen möchte, dass es in zyklischen Abständen immer wieder zur Verfälschung des reinen Gottesdienstes komme, in die Gott eingreife, indem er eine kleine Gruppe erweckt, die gegen den korrumpierten Gottesdienst aufstünden (Bsp.: Kain-Abel, Noah-ungläubige Umwelt etc.). Stets werde dabei die kleine gottgefällige Gruppe von der ungläubigen Mehrheit unterdrückt und verfolgt. In der Gegenwart seien die wahrhaften Anhänger der lutherischen Reformation als wahre Kirche zu kennzeichnen, die von den sich selber durch ihre mannigfaltigen Häresien von der Kirche abgesonderten Altgläubigen verfolgt würden. Den Begriff der "Kirche" definiert Flacius als "Gemeine der gleubigen/ eine kleine Herde/ die da allein höret die einige stimme jhres waren Hirten/ des Herrn Christi". In einem zweiten Durchgang beschäftigt sich Flacius mit der altgläubigen Schriftexegese. Einzelne Schriftstellen (z.B. Eccl 5,18; 6,12) würden von altgläubiger Seite mit falscher Interpretation gegen das Schriftganze angeführt. Im Tridentinum werde ein Schriftzitat für die guten Werke angeführt, das sich bei näherer Betrachtung als zusammengesetzt aus drei Schriftstellen erweist, die dabei um ihre ursprüngliche Intention gebracht würden. Die Interimisten hätten diese Art des Schriftumgangs von altgläubiger Seite mittlerweile recht gut gelernt. Auch sie führten Schriftstellen gegen deren Intention an. In jüngsten Veröffentlichungen werde von altgläubiger Seite die These vertreten, die Schrift sei in vielen Teilen dunkel und bedürfe daher des Papstes als Ausleger. Obwohl Flacius sich fast ausschließlich mit der altgläubigen Kirche auseinandersetzt, so wird doch durch die Themenauswahl und seine Fokussierung deutlich, dass er Lüneburg vor den Lehrverfälschungen der Interimisten im lutherischen Lager warnen möchte, die in seinen Augen ebenfalls dem Teufel zuarbeiten.

Zitierhinweis

Clarissimae quaedam notae, dt., in: Controversia et Confessio Digital. Herausgegeben von Irene Dingel. <http://www.controversia-et-confessio.de/id/f4e36a60-a983-4fea-a31e-4c7a4e8bab87>. (Zugriff am 28.11.2021)

Dieser Text steht unter einer CC BY 4.0 Lizenz.

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