Bibliographie/Quellen

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Clarissimae quaedam notae verae ac falsae religionis (VD16: F 1304)

Flacius, Matthias (aus Text oder Kolophon)

CLARISSI=
MAE QVAEDAM NO=
tae uerae ac falsae religionis atque adeo
ipsius Antichristi, ex quibus eti=
am rudiores, modo ueritatis stu=
diosi sint, nullo negotio certo sta=
tuere queant nostram doctrinam
esse ueram ac ipsius Christi,
Papistarum uero falsam
& plane ipsius Anti=
christi.
Hoseae. XIIII.
Viae Domini sunt planae & iusti ambu-
lant per eas, preuaricatores au-
tem corruunt in eis.
Luc. IX.
Quid proderit homini si uniuersum
mundun lucratus fuerit, se au-
tem ipsum perdat?
Anno 1549.

Druck

Erscheinungsort
Magdeburg (aus Text oder Kolophon)
Drucker
Lotter, Michael (aus Text oder Kolophon)
Erscheinungsjahr
1549 (auf Titel)
Kommentar Druck
bei Aufnahme Kaufmann keine Majuskeln in erster Zeile
Umfang und Format
60 Bl. 8°
VD 16-Nummer
F 1304
Bestandsnachweis HAB
1040.6 Theol. (1)
Weitere Exemplare
917.90 Theol. (3); 1147 Theol. (3); C 60.8º Helmst. (3)
Digitalisat
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Inhaltsbeschreibung

Kontroverse
Antikatholisch, Adiaphoristischer Streit
Kommentar
Diese deutlich antikatholische Streitschrift des Matthias Flacius Illyricus ging 1549 bei Michael Lotter in Magdeburg in Druck. Flacius stellt die aus seiner Perspektive wahre evangelische Lehre und Religion der römisch katholischen Lehre gegenüber, die er als falsch, papistisch und antichristlich identifiziert. Ebenso kritisiert er protestantische Positionen, in denen er allzu große Kompromissbereitschaft mit den Altgläubigen erkannte. Nach einer einleitenden Vorrede folgt der Hauptteil, der sich in Unterkapitel gliedert. Den Schluß bildet eine kurze Abhandlung über den Antichristen, den Flacius mit Papsttum identifiziert. Flacius benennt vermeintliche Irrtümer und unchristliche Handlungen altgläubiger Theologen und Prälaten, und misst diese an biblischen Aussagen, um sie als nicht schriftgemäß zu erweisen. Auf diese Weise als unbiblisch angeprangert. Mit unverkennbaren Bezugnahmen auf das im Vorjahr erlassene Augsburger Religionsgesetz (Interim) sowie die so genannten „Leipziger Artikel“ entwickelt Flacius hier eine Depravationstheorie, der zu Folge die ursprünglich rechtgläubige Kirche Jesu durch dem Antichristen bzw. das Papsttum sukzessive von der richtigen Lehre abgebracht worden sei. Hinter der ihm zeitgenössischen adiaphoristischen Kontroverse erkennt Flacius die heilsgeschichtliche Auseinandersetzung zwischen dem Teufel, in dessen Sinne die Altgläubigen und die nach Flacius Ansicht zu kompromissbereiten Protestanten wirkten, und der Partei der später so genannten Gnesiolutheraner als der wahren Kirche Christi.

Zitierhinweis

Clarissimae quaedam notae verae ac falsae religionis, in: Controversia et Confessio Digital. Herausgegeben von Irene Dingel. <http://www.controversia-et-confessio.de/id/a25f2088-9d33-4970-9126-ae173623fdac>. (Zugriff am 06.06.2020)

Dieser Text steht unter einer CC BY 4.0 Lizenz.

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