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Ionas Propheta expositus (VD16: B 9336)

Bugenhagen, Johannes d.Ä. (auch Pomeranus) (auf Titel)

IONAS PRO
PHETA EXPOSITVS
IN TERTIO CAPITE, TRA
ctatus de uera poenitentia quam Chri-
stus commendat nobis in Niniuitis, & de falsa poeni-
tentia, quam doctrinae daemoniorum post Apo
stolos inuexerunt, tantum per opera
nostra, excluso Christo.
Ibidem, Historia certa, ex probatis Scri-
ptoribus, diligentia & iudicio collecta, quemadmo-
dum post defunctum haec uita Iohannem Euangeli-
stam, coeperint defectio(n)es à fide, doctrinae demonio-
rum, sub specie uerbi Dei, prohibitiones nuptiaru(m) &
ciboru(m), uota coelibatus, pulchrae ordinationes & spi-
ritualitates, quae uocabantur perfectiones Eccle-
siae, quae adhuc regnant, & solae faciunt Spi
rituales sine Spiritu sancto, per Spiri-
tum nouum & Paracletum
Montanistarum &c.
Idem caput repurgatum ab impiis
& blasphemis dubitationibus.
Per Iohan. Bugenhagium Pomeranum. D.
Impressum Vuittenbergae, Per
Vitum Creutzer.
1550.

Gegner:
Adiaphoristische Schreiber

Druck

Erscheinungsort
Wittenberg (auf Titel)
Drucker
Kreutzer, Veit (auf Titel)
Erscheinungsjahr
1550 (auf Titel)
Umfang und Format
423 Bl. 8°
VD 16-Nummer
B 9336
Bestandsnachweis HAB
1124.5 Theol.
Weitere Exemplare
C 222.8º Helmst.; Yv 606.8º Helmst.
Digitalisat
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Vorwort

Autor
Bugenhagen, Johannes d.Ä. (auch Pomeranus) (aus Text oder Kolophon)

Inhaltsbeschreibung

Kontroverse
Adiaphoristischer Streit
Kommentar
Im Vorwort an den dänischen König Christian IV. beklagt Bugenhagen die Werke des Teufels, die sich gegen die armen und angefochtenen Prediger und Doktoren der Kirche richten. Nachdem der Kaiser Wittenberg eingenommen und wieder freigegeben habe mit der Zusage, nichts gegen die Religion der CA zu unternehmen, versuche der Teufel nun, die Theologen durch die Schriften der Adiaphoristischen Schreiber zu bedrücken, die ihnen Abfall und Bestechlichkeit vorwerfen. Diese Heuchler wagten, im Namen Christi gegen sie zu schreiben und beriefen sich zu Unrecht auf Luther. Sie beschimpften aus purem Neid die Universität Wittenberg. Dadurch würden viele rechtschaffene Leute verstört und sie verurteilten die Wittenberger, bis sie die Wahrheit erführen. Die Widersacher seien hochmütige und ambitiöse Prediger, die im Volk Haß gegen die Wittenberger erregen wollten. Sie seien von irgendwo her nach Wittenberg gekommen, hätten dankbar alles dort aufgenommen und würden nun nach ihrer Rückkehr die W. verleumden. Sie hätten ihnen in der Predigt aufgelauert und würden nun ihre Lügen als reine Wahrheit verbreiten. Sie hätten sogar andere Universitäten zur Kritik an Wittenberg aufgefordert, wie aus Königsberg zu hören sei. B. berichtet, er werde oft zur Gegenwehr aufgefordert, privat oder in der Öffentlichkeit. Er habe deshalb an den König geschrieben und den Brief auch an andere Fürsten und Städte gesandt, damit sie nicht gegen ihn durch die Lügen eingenommen würden. Aber nach der Lektüre dieses Briefes hätten die Adiaphoristischen Schreiber neue Wagenladungen von Verleumdungen ausgehen lassen und gedroht, wenn die W. nicht ihre Fehler ausbessern würden. Angesichts dieser Bösartigkeit und dem Versuch, Unruhe gegen die hiesigen Obrigekiten zu erregen, habe er sich auf die Geduld der Heiligen besonnen. Er bitte Gott um Einsicht für die Schreiber gegen die christlichen Lehrer, damit Gott die Verfolger zu sich bekehre. Mit zahlreichen biblischen Zitaten untermauert B. sein Bekenntnis zur Duldsamkeit. Er versichert dem König, daß in den Kirchen und Schulen Kursachsens Eintracht herrsche, nicht nur in der Lehre, sondern auch unter den Personen. Und er rufe mit seiner Schrift seine Brüder auf, diese zu bewahren. Er verwahrt sich gegen die Forderung, sich für das Leipziger Interim zu rechtfertigen: "Ego non debeo respondere, neque de Hinter im, neque de Fur im. Non enim mihi sum conscius alicuius malae doctrinae." Auch habe diese Lehre weder die Obrigkeit von ihnen gefordert, noch sie dafür bezahlt, wie gegen sie verbreitet werde. Auch gegen den Vorwurf, die Angefochtenen jetzt durch Schweigen allein zu lassen, verwahrt B. sich: Er habe nicht geschwiegen, sondern seine Lehre gleich nach der Wiedereröffnung der Universität öffentlich gelehrt, auch wenn Reich und päpstliches Konzil diese Lehre nicht billigten. Er schließt mit Angriffen auf das Tridentinum und fordert seine Gegner auf, die Wahrheit des Evangeliums nicht länger zu bekämpfen. In der eigentlichen Schrift geht Bugenhagen nicht mehr direkt auf die Streitigkeiten ein, erwähnt nur allgemein die Gegner, meist vor allem die Papisten, aber auch andere, z.B. auf F 1v im Zusammenhang mit dem "profundum infra fluenta" die "stulti Hypocritae, Scribae & Pharisaei & nostri Papistae".

Zitierhinweis

Ionas Propheta expositus, in: Controversia et Confessio Digital. Herausgegeben von Irene Dingel. <http://www.controversia-et-confessio.de/id/cd140025-472e-4f99-8f71-3cd0c0e1fd6a>. (Zugriff am 22.11.2019)

Dieser Text steht unter einer CC BY 4.0 Lizenz.

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