Bibliographie/Quellen

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Von der heiligsten Messe (VD16: H 1626)

Helding, Michael (erschlossen)

Von der Hailigisten
Messe
Fünffzehen Predige / zu Augspurg auff
dem Reichßtag / im Jar M. D.
XLviij. gepredigt.
Gemert mit zwaien Predigen / Die erst von der Haili=
gisten Eucharistia / am Grienen Donnerstag / Die
ander an vnsers Herrrn Fronleichnams tag
zu Augspurg gethon. Anno 1548.
Durch Michael Bischoff zu Sidonien /
Meintzischen Suffraganeen.
I. Ioan. 2.
IESVSV CHRISTVS ist ain versönung für vnse=
re sünden / vnnd nit allain für vnsere / son(n)der für der
gantzen welt.
Mit Kayserlicher Freyhait auff Sechs Jar /
nit nach zutrucken.
Getruckt zu Ingolstat / durch Alexan=
der Weissenhorn.
M. D. XLVIII.

Druck

Erscheinungsort
Ingolstadt (auf Titel)
Drucker
Weissenhorn, Alexander III. (auf Titel)
Erscheinungsjahr
1548 (auf Titel)
Kommentar Druck
Titeltext teilweise im Rotdruck
Umfang und Format
4 ungez. Blatt; 104 gez. Blatt 4°
VD 16-Nummer
H 1626
Bestandsnachweis HAB
J 171. (1). 4° Helmst.
Digitalisat
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Inhaltsbeschreibung

Kontroverse
Widerstand gegen das Augsburger Interim
Kommentar
Dieser Druck erweist sich als Sammlung von insgesamt 15 im Umfeld des „geharnischten Reichstages“ von 1547/48 gehaltenen Predigten Michael Heldings, des Mainzer Weihbischofs und eines der Mitautoren des Augsburger Interims, über Inhalt und kirchliche Stellung der Messe. Formaler Adressat des Drucks ist der römisch-deutsche König Ferdinand I. Die Schrift ist deutlich als Verteidigungsschrift bezüglich des altgläubigen Messeverständnisses und der damit zusammenhängenden, unter dem Begriff der Adiaphora kontrovers diskutierten, liturgischen Phänomene und Probleme zu verstehen. Jede der Predigten greift jeweils einen Aspekt der heiligen Messe auf, und erläutert daran die altgläubigen Standpunkte. So zielt bereits die erste Predigt auf die Rechtfertigungsfrage: Heil und Seligkeit des Menschen seien zwar durch Christus erworben, nutzten aber nur denen zum wirklichen Heil, die diese Heilstaten Christi durch die von Gott verordneten Mittel annähmen, nämlich durch jene in der heiligen Messe manifest werdenden Kulthandlungen. Die zweite Predigt versucht den Nachweis der Rechtgläubigkeit der heiligen Messe zu erbringen, indem argumentiert wird, diese sei schon zur Zeit der Apostel in der alten Kirche als legitim gefeiert worden. Der dritte Sermon verteidigt altgläubig verstandenes Priestertum und Eucharistieverständis mitsamt der aus der Scholastik stammenden Transsubstantiationslehre, während die vierte die allsonntägliche Eucharistiefeier als Messopfer ausweist, also als stetig wiederholte, liturgische Zelebration des Opfers Christi im sonntäglichen Gottesdienst. Die fünfte und sechste Predigt widmen sich den Inhalten der Zeremonien der Messe, die siebte bezieht sich auf das Kollektengebet der Messe, während die achte das Verständnis des Priesteramtes als ein Mittlertum zwischen Gott und Mensch zu stützen sucht. Der neunte Sermon wendet sich dem liturgischen Messtext zu, der zehnte dem Kanon der Heiligenverehrung, der elfte hingegen die altgläubigen Ansichten über die Konsekration zu stützen sucht. Die zwölfte Predigt thematisiert die Fürbittenpraxis der altgläubigen Messe, die dreizehnte die Problematik der priesterlichen Fürbitte, die vierzehnte dann auch auf die von evangelischer Seite offenbar erhobenen Kritikpunkte am liturgischen Standard der altgläubigen Parteien eingeht und diese zu widerlegen sucht. Der fünfzehnte Predigttext schließt mit Anweisungen und Ermahnungen an altgläubige Christen, wie man sich bei der Feier der Messe zu verhalten habe.

Zitierhinweis

Von der heiligsten Messe, in: Controversia et Confessio Digital. Herausgegeben von Irene Dingel. <http://www.controversia-et-confessio.de/id/c864f637-0186-4ab8-b8be-a72f9d33676a>. (Zugriff am 26.01.2021)

Dieser Text steht unter einer CC BY 4.0 Lizenz.

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