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Apologia ad Scholam Vitebergensem in Adiaphorum causa, deutsch. (VD16: F 1266)

Flacius, Matthias (auf Titel)

Entschuldigung Mat
thiae Flacij Illyrici / geschriebe(n) an die
Vniuersität zu Wittemberg / der Mittelding
halben. Item sein brieff an Philip. Melan=
thonem / sampt etlichen andern schrifften
dieselbige sach belangend.
Verdeudscht.
Aus diesen schrifften wirstu lieber Leser vernemen / nicht
allein des Scribenten vnschuld / sonder auch den ga(n)tzen anfang vn(d)
fortgang des handels von Mitteldingen / vnd in summa alle vrsa=
chen dieser Mitteldingischen betrigereyen / vn(d) solchs wirstu hören
aus derer eignem munde / die solche triegerey anrichten vn(d) fördern.
Du wirst lernen / das die Stiffer der selbigen sein / zum teil die lust
der Gottlosen Christum zuuerraten vnd Creutzigen / vnd den Rö=
mischen Barrabam widder loss zumachen / zum teil der schwachen
vnglauben / furcht / vnd fleischliche weisheit. Die materi ist / ver=
einigung Christi vnd Belials / des liechts vnd der finsternis / der
schaffe vnd der wolffe / das mann zweien Herrn / die einander mörd=
lich feind sind / Christo vnd dem Antichrist / dienen will. Die form
oder gestand sind / erlogenen anstreichung / vnd ehebrecherische far=
ben / von ordnung / zucht / vnd eintrechtigkeit. Das Ende ist / die
einsetzung des Bapstumbs / vn(d) einstellung des Antichrists inn den
Tempel Christi / sterckung der Gottlosen / das sie vber der
kirche Christi stoltziren / betrübung der Gotfürchtigen /
Item schwechung / einfürung in zweifel /
Trennung / vnd vntzeliche erger=
niss. Anno 1549.

Gegner:
Melanchthon, Philipp (auf Titel) ; Theologische Fakultät Wittenberg (auf Titel)

Druck

Erscheinungsort
Magdeburg (aus Text oder Kolophon)
Drucker
Rödinger, Christian d. J. (aus Text oder Kolophon)
Erscheinungsjahr
1549 (auf Titel)
Kommentar Druck
o über erstem u in Entschuldigung In F 1259 gibt Flacius an, die Schrift sei erst fast ein Jahr nach Eröffnung des Leipziger Interims ausgegangen
Umfang und Format
40 Bl. 4°
VD 16-Nummer
F 1266
Bestandsnachweis HAB
F 1367 Helmst. (4)
Weitere Exemplare
S 204 4° Helmst. (4); S 320b. 4° Helmst. (4); 140.10. Theol. (2); Yv 49.8º Helmst.; 183.12 Theol. (1); 513.24 Theol. (15)
Digitalisat
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Vorwort

Autor
Flacius, Matthias (aus Text oder Kolophon)

Inhaltsbeschreibung

Kontroverse
Adiaphoristischer Streit
Kommentar
Sehr persönliches Vorwort Flacius'', in dem er sein Verhältnis zu Melanchthon erläutert und eine Rechtfertigung seines Verhaltens sowie eine Abfolge der Ereignisse und Streitschriften von seinem Aufenthalt in Wittenberg bis nach dem Tag zu Grimma gibt. Er verteidigt sich gegen den Vorwurf der Undankbarkeit gegen seine Lehrer und verweist auf die Ungeschützheit seiner Situation, in der ihm zu schweigen eigentlich vorteilhafter wäre. Aber er habe einen Präceptor im Himmel, dem er folge. Er habe, als er noch in Wittenberg war, es mit persönlichen Mahnungen versucht, habe im Juni und Juli 1548 in Briefen Mel. und die Wittenberger Theologen zur Umkehr bewegen wollen, aber keine Antwort erhalten und deshalb nach christlicher Ordnung auf das gelindeste öffentlich geschrieben, zuerst auf das Bedencken (Melanchthons vom 16.6.), dann auf den schönen Leipziger Handel und auf die Oration Zieglers. Zusammen mit Amsdorf habe er den Vorwurf zurückgewiesen, daß er die Spaltung verursacht habe. Zuletzt habe man gegen sie namentlich von der Kanzel gepredigt und sie in Briefen an Könige und andere angegriffen. Darauf habe er in öffentlichen Schriften geantwortet, damit die Mitteldinge nicht heimlich in kleinen Zirkeln verhandelt würden. Man müsse ihnen öffentlich entgegen treten, während diese in Briefen agitierten und Gegner der Mitteldinge aus den Ämtern entlassen. Der Vorwurf, durch die Uneinigkeit der Kirche zu schaden, wird eingeräumt, aber die Einführung des Papsttums durch das Fenster wäre ein größerer Schaden. Die Diskussion über die Mitteldinge habe sogar dazu geführt, daß man in nördlichen Königreichen und in Livland das Augsburger Interim einführen wolle. Deshalb sollen sich Gottesfürchtige und vor allem kirchliche Amtsträger den Mitteldingen widersetzen. Die Schrift enthält neben der titelgebenden Entschuldigungsschrift zwei Briefe Flacius'' an Melanchthon vom Juni 1548 und 8.6.1549, seine Vorrede auf die Schrift über die Messe, die er Mel. überreicht hatte, sowie einen Brief an den Wittenberger Rektor Mlichius und einen Brief an einen Pastor H.N.

Zitierhinweis

Apologia ad Scholam Vitebergensem in Adiaphorum causa, deutsch., in: Controversia et Confessio Digital. Herausgegeben von Irene Dingel. <http://www.controversia-et-confessio.de/id/bcbaf42c-0587-475b-bcae-b563c7d01281>. (Zugriff am 05.06.2020)

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