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Recusationsschrift, in welcher alle protestierende Religions und Eynungs verwandte Stende ... (VD16: E 4646)

Recusationschrifft
der Christlichen Augspurgischen
Confessions verwandten Stende / wider
das vermeint / von Bapst Paulo dem dritten / weiland zu
Trient indicirt vnd angefangen Concilium / sampt einer
gebürlichen Prouocation vnnd erbietung / auff ein allge=
mein oder National / frey / Christlich vnnd vn=
parteisch Concilium inn Deudt=
schen Landen.
Mit einer Vorrede Math. Fla. Illyr. vnd Nicolai Galli.
Der allerheiligste Pius Papa ij. (zuvor Aeneas
Syluius genant) beschüldigt in einer Schrift / an das Menzische Capitel /
Dieterum den Erzbischoff / das er dem Papst hat weren wöllen Deudtsch=
landt zu schinden / Vnnd sagt vnter andern / das / wenn ein Bischoff gleich die
warheit widder den Bapst sagte / er dennoch widder seinen Eidt thete / den er
dem Bapst geschworen hette. Weil denn nun itzt nur solche geistliche / die
dem Antichrist mit einem solchen Gottlosen Eide so hoch vereidet sein / vnd
geschworen haben / zu Trient sich versamlen vber Christum zurichten vnnd
vrteilen / So ist ja leichtlich zuerachten / was sie fur ein billich vnd Christ=
lich vrteil vber jhnen sprechen werden / vnnd was man von jhnen gnedigs zu=
gewarten habe. Vnnd zwar beweisets diss hieuor durch sich selbst zertrente
Trientische Concilium gnugsam / in was geist un(d) warumb es versamlet gewe=
sen / vndnoch ist / nicht warlich im Geist Christi oder Christo zu dienen / son=
dern nur dem Bapst zu hoffiren.
Do im Reichstage zu Nüremberg Anno M.D.xxiij. das Reich
dem Bepstlichen Legaten fürhielte / das die jtzige zwispalt der Religion nicht
anders möcht auffgehaben werden / denn durch ein frey / Christlich / gemein
vnd in Deudschem landt angesatzt Concilium / vnd das man solte den Bischo=
uen jr Eide / mit welchen sie dem Bapst verpflicht weren / relaxiren / auff das
sie konten jr notturfft deutlich reden / hat der Legat stolziglich geantwortet
auff gut Römisch un(d) Curtisanisch. Man mus solche umbste(n)de von dem Con=
cilio wegnemen / den(n) das were nichts anders / denn dem allerheiligsten
die hende binden. Daher merckestu Christlicher Leser /
das der Bapst wil ein solch frey Concilium ha=
ben / da er mag thun oder lassen was er
wil / vnd niemandts dawider
mucken darff.

Druck

Erscheinungsort
Magdeburg (auf Titel)
Drucker
Lotter, Michael (aus Text oder Kolophon)
Erscheinungsjahr
1551 (auf Titel)
Umfang und Format
44 S. 4°
VD 16-Nummer
E 4646
Bestandsnachweis HAB
J 175.4º Helmst. (9)
Weitere Exemplare
248.13 Theol. (24); 327.4 Theol. (11); Dk 181 (13); 237.4 Quod. (3)
Digitalisat
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Vorwort

Autor
Flacius, Matthias (auf Titel) ; Gallus, Nikolaus (eigentlich Hahn) (auf Titel)

Inhaltsbeschreibung

Kontroverse
Antikatholisch, Adiaphoristischer Streit
Kommentar
erstmals bei Lotter 1546 gedruckte Schrift der Augsburgischen Konfessionsverwandten, in der sie ihre Ablehnung des bevorstehenden Trienter Konzils mit der Forderung nach einem deutschen Nationalkonzil verbanden; von Flacius und Gallus neu herausgegeben aus Anlaß der zweiten Sitzungsperiode ab 1.5.1551. In der Vorrede schreiben die beiden, seit der ersten Abfassung der Schrift habe der Antichrist mit Mord und Lügen, mit Verfolgung und Verfälschung der Lehre derart geherrscht, daß von der großen Zahl der Christen nur noch ein "gering samen" übrig geblieben sei, die Christus klar bekennen wollten. Doch diese übrigen Schäflein, in Augsburg, Leipzig, MAgdeburg oder sonst wo, würden auch weiterhin das Conciliabulum zurückweisen, das vor fünf Jahren getrennt worden sei und nun wieder zum Leben erweckt werden solle. Diese Christen wüßten auch, daß sie vor so einem Richterstuhl nichts besseres tun könnten, als Jesus vor Pilatus, denn die Feinde Gottes wollten ja kein christliches Konzil in deutschen Landen zugestehen, wie sie es in vielen Reichstagen in Aussicht gestellt hätten. Sie hätten auch nicht vor, auf dem jetztigen Konzil mit den Protestanten viel zu disputieren. Das habe Kardinal Crescentius, der jetzt präsidiere, schon in Bologna gesagt, man werde sie schlicht und kurz verdammen. Deshalb sei es das beste, nicht am Konzil teilzunehmen (wie schon die Altväter bei verdächtigen Konzilien nicht teilgenommen hätten) und die Katholiken machen zu lassen, was sie wollen, damit man nicht durch die Teilnahme am Konzil der Sache des Evangeliums schade. -- Die Nürnberger Recusationsschrift ist vollständig wiedergegeben, allerdings mit Marginalien der Herausgeber, die bestimmte Punkte besonders und oft polemisch betonen.

Zitierhinweis

Recusationsschrift, in welcher alle protestierende Religions und Eynungs verwandte Stende ..., in: Controversia et Confessio Digital. Herausgegeben von Irene Dingel. <http://www.controversia-et-confessio.de/id/a871a1ec-9209-41c8-9e77-9123966e73bd>. (Zugriff am 12.08.2020)

Dieser Text steht unter einer CC BY 4.0 Lizenz.

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