Bibliographie/Quellen

Zur Übersicht

2065 Quellen in dieser Liste. Sie sehen die Quelle 1188.

Von Einigkeit und Uneinigkeit (VD16: F 1545)

Flacius, Matthias (auf Titel)

Von einigkeit vnd vn=
einigkeit der Euangelischen und Pa=
pisten gegen einander / vnd yedes theils
vnter sich selbst / in fürnemen
Artickeln Christlich=
er Lehre.
Durch
Matth. Fla. Illyricum.
Isaiae. 28. Rom. 9. 1. Pet. 2. Darumb stehet in der
Schrifft / Sihe da / Jch lege einen ausserwelten köstlichen eck=
stein in Zion / vnd wer an jn glaubet / der soll nicht zu schanden
werden / Euch nun die jr glaubet / ist ehr kostlich / den vnglau=
bigen aber ist der Stein / den die Bawleute verworffen haben
vnd zum Eckstein worden / ist ein Stein des anstossens / vnnd
ein Fels des ergernuss / die sich stossen an dem wort vnd glau=
ben nit daran / darauff sie gesetzt sind / Christus ist ye ein Stein
des anstosses / vnd gesetzt vilen Leuten zum fall vnd auch zur
aufferstehung in Jsrael / Luc. 2. Aber es ist nit sein schuldt / das
sich die Leute daran stossen / fallen vnd verderben / vnd das die
sehenden blind werden / Johan. 9. sonder des Teufels vnd der
Menschen boßheit / die da nur mit allem fleiß suchen vnd grü=
beln yrgent ein vrsach an Christo / seiner Lehr und seinen Die=
nern / auff das sie ein schein haben möchten / warumb sie der
warheit nicht glaubeten / vnd andere daruon abschewen /
wie yetzt die verleumbder oder spinnen allent hal=
ben nur den Gifft suchen vnd saugen
jhnen vnd andern zum ewi=
gen verderbnus.

Druck

Erscheinungsort
Regensburg (erschlossen)
Drucker
Geißler, Heinrich (erschlossen)
Erscheinungsjahr
1563 (erschlossen)
Umfang und Format
16 S. 4°
VD 16-Nummer
F 1545
Bestandsnachweis HAB
163.20 Theol. 4° (10)
Digitalisat
Verknüpfung zu Volltextdigitalisat - Externes Angebot

Inhaltsbeschreibung

Kontroverse
Antikatholisch
Kommentar
Eingangs beschreibt Flacius, daß die antichristischen Verführer, weil sie ihre Greuel nicht mehr aufgrund der Wahrheit verteidigen könnten, zwei Festungen bauen würden: Die Mißachtung der Schrift und der Vorwurf, daß die Evangelischen uneins seien. Obwohl sie "selber biss vber die Ohren in grewlicher vneinigkeit / vnzelichen widerwertigkeiten schwermereyen vnd Teufels trewmen stecken", würden sie über die Uneinigkeit der Evangelischen in großes Geschrei ausbrechen. Deswegen unternimmt F. an 21 Punkten eine Gegenüberstellung, worin beide Seiten einig und uneinig seien. Die Gegenüberstellung besteht nun darin, daß Flacius etwa die einträchtige Anbetung des einen Gottes durch die Evangelischen der uneinheitlichen Anbetung von Heiligen, Reliquien etc. bei den Papisten gegenüberstellt. Ebenso verfährt er mit der Lehre, der wahren Gerechtigkeit, dem Nothelfer, Mittler, Priester etc. Auch bei Taufe, Abendmahl, heiliger Schrift konfrontiert er die einige bei den Evangelischen mit der vielfältigen papistischen. Im 21. Artikel kommt er zu der "Summa die Euangelischen weisen den Weg Gottes / wie er in der Heiligen Schrifft durch den Geist Gottes verzeichnet ist / vnd sagen / man sol bey leib weder zur rechten noch zur Lincken sich wenden / noch thun was vns gut duncket." Dagegen sagten die Papisten "thu nur was dich gut dunckt / dann nur was einer guter meinung thut / das gefelt got wol / Wie kan nun sein / das nicht bey jhnen wol tausenterley Religion sey". Waren im bisherigen Text die Aussagen über die Evangelischen im Großdruck, die über die Papisten in petit, fährt F. auf B 3r in petit fort mit einer nähreren Erörterung der Frage "warumb gleichwol so vil streitens bey vnserm theil ist / wiewol wider etlich wenig personen." Er antwortet, daß die Papisten in der Zeit des Interims mit Drohungen und Verfolgungen etliche Personen zu Fall gebracht hätten, daß sie dem Primat des Papstes und der Jurisdiktion der Bischöfe, der Notwendigkeit der Werke zur Seligkeit, der Justitia inhaerens, dem freien Willen resp. der Synergia etc. zugestimmt hätten. Diese schämten sich nun zu sagen "peccavi" und hätten sich statt dessen mit Feigenblättern bedeckt. Aber welche Schuld habe die wahre Religion an diesen Feigenblättern? Zweitens sei der Kampf um die reine Wahrheit Zeichen der wahren Kirche, an der der Geist keinen Makel dulde, während der die gottlose Rotte zwar alles dulde, nur nicht die Wahrheit. Auch in der Urkirche habe es zahlreiche Kontroversen gegeben, so daß Clemens Alexandrinus die Christen verspottet habe, daß sie einer falschen Religion anhingen. Die Christen mußten dies aushalten und gleichwohl sich von den Irrtümern trennen. Der "Litawische Mamelucken" (vielleicht St. Hosius?) schreie, daß die Lutherischen wol viererlei Augsburgische Confession hätten und welche denn gelte. Darauf beruft sich F. auf die "so Anno 1530. zu Augspurg dem gantzen Reich / von vnsern Kirchen vbergeben ist." Daß aber hinterher Einige daran etwas geändert hätten, könne man der wahren Religion nicht vorwerfen. Auch den Vorwurf, alle Ketzereien seien durch Luther aufgekommen, weist F. zurück. Sie seien zwar nach Luther aufgekommen, aber sie würden ihn und seine Lehre anfechten. Sonst könne man auch Christus und den Aposteln die Irrlehre vorwerfen, die nach ihnen gekommen sei. Mit Berufung auf 1Joh 2,19 schließt F. mit der Beobachtung, daß der Satan am liebsten sein Unkraut auf dem guten Acker säe. Im übrigen verweist er auf seine Schrift "Von der greulichen Uneinigkeit der Papisten" (VD 16 F 1539).

Zitierhinweis

Von Einigkeit und Uneinigkeit, in: Controversia et Confessio Digital. Herausgegeben von Irene Dingel. <http://www.controversia-et-confessio.de/id/cd8d38be-bd32-4d79-8ab2-1cb8cac6a7c3>. (Zugriff am 13.11.2019)

Dieser Text steht unter einer CC BY 4.0 Lizenz.

Zur Übersicht