Bibliographie/Quellen

Zur Übersicht

2065 Quellen in dieser Liste. Sie sehen die Quelle 487.

Propositiones Stephani Agricolae (VD16: vacat)

Agricola, Johann (auch: Schnitter, Eisleben, Islebius, Sneider, Sartor) (auf Titel)

PROPOSITIONES
STEPHANI
AGRICOLAE AVGVS=
TANI, ECCLESIAE CHRISTI
in Comitatu Mansfeldensi Mi
nistri, De bonis ope=
ribus, Et Quaes=
tione:
An opera sint ad salutem necessaria.
Ephes. 2.
Ipsius sumus figmentum, conditi in Christo Ihesu
ad opera bona, quae praeparauit Deus, ut in eis
ambularemus.
Quod uerum est uerum tempus in omne manet.

Druck

Erscheinungsjahr
1553 (erschlossen)
Kommentar Druck
A 2r-v: Vorwort; A 3r-4v [falsche Blattzählung. Richtig: A 6v]: Propositiones; A 7r-v: Quatuor rationes
Umfang und Format
7 Blatt 8°
VD 16-Nummer
vacat
Bestandsnachweis HAB
nicht in HAB
Edition
Ediert in unserer Ausgabe Bd. 3, Nr. 7, S. 315-331 (inkl. dt. Üs.)..

Vorwort

Autor
Agricola, Johann (auch: Schnitter, Eisleben, Islebius, Sneider, Sartor) (aus Text oder Kolophon)

Inhaltsbeschreibung

Kontroverse
Synergistischer Streit
Kommentar
Der Pfarrer von Helbra im Mansfelder Land, Stephan Agricola d.J., weist in seiner Vorrede zu diesen Thesen zunächst darauf hin, dass er sie nicht darum in den Druck gegeben habe, um die vorzügliche Darstellung der Rechtfertigungslehre durch Georg Major noch zu überbieten, sondern einzig und allein aus dem Grund, den Vorwurf seiner Gegner, er verführe das Volk mit seinen Predigten, zu widerlegen. Es geht Agricola darum, das reformatorische sola fide bei einer gleichzeitigen Würdigung der guten Werke zu bewahren. Gute Werke seien nötig zur Seligkeit. Niemand könne gerettet werden, wenn sie fehlen. Die Werke folgten dem Glauben unmittelbar. Diese Lehre widerspreche mitnichten dem alleinigen Verdienst Christi, das im Glauben angeeignet dem Menschen die Seligkeit schenke, da die Natur des Glaubens darin bestehe, dass er allein rechtfertige und rette, doch niemals ohne Werke sein könne. Der Glaube sei zu verstehen als eine Bewegung des Heiligen Geistes, die erneuere und den Menschen wieder gebäre. Der Glaube ist so für Agricola stets verbunden mit den Werken und kann ohne sie nicht sein. Die in den zehn Geboten geforderten guten Werke wie Gottesliebe und Gottesfurcht folgten dem Glauben. Wenn keine Werke folgten, dann sei der Glaube nicht wahr und rette nicht. Der Mensch könne nur gerettet werden durch diesen lebendigen, wahren und lebendig machenden Glauben. Der gegnerische Vorwurf, er führe die Sterbenden mit dieser Lehre in die größte Verzweiflung, weist Agricola vehement zurück. Vielmehr seien es die Gegner mit ihrem Hinweis auf den leeren und toten Glauben, die sich Sterbenden gegenüber nicht angemessen verhielten. Ihnen könne nichts Besseres widerfahren als der Hinweis auf den lebendigen wahren und lebendig machenden Glauben. Die Sterbenden seien durch den Hinweis auf den Anfang des neuen Gehorsams in ihren Herzen, den der Heilige Geist in ihnen mit seinen Kräften wirke, zu trösten. Dennoch seien die guten Werke keine Ursache oder Verdienst zum Heil. Die Lehre, dass gute Werke nicht nötig seien zur Seligkeit sei schlimmer als die antinomistische, obwohl sie in vielem mit ihr übereinstimme. Die gegnerische Verbindung von Rechtfertigung und Heil gegen die Lehre Agricolas sei eine boshafte Unterstellung. Denn zur Rechtfertigung sei kein gutes Werk nötig aber zum Heil seien die guten Werke Voraussetzung. Die Deutung des Begriffs "Bewahren", als sollte damit den guten Werken eine eigene Bedeutung in der Bewahrung des Heils zugesprochen werden, wie sie von gegnerischer Seite vorgenommen werde, sei absurd. Abschließend beruft sich Agricola auf den Konsens lutherischer und calvinistischer Theologen in dieser Frage. Als Anhang präsentiert Agricola vier syllogistische Schlüsse, die seine Position ausdrücken: Der wahre und kein erdichteter und falscher Glaube sei zur Rechtfertigung und zum Heil nötig. Es könne kein wahrer Glaube in den Herzen sein als der mit den gebotenen Werken übereinstimmende. Also seien die Werke nötig zum Heil, wiewohl sie nicht rechtfertigten und retteten. Wer nicht mit dem neuen Gehorsam beginne, verliere sein Heil, das er sola fide bekommen habe. Um das Heil zu bewahren, seien die Werke nötig. Wer nicht wiedergeboren werde aus Wasser und Geist, der könne nicht in das Reich Gottes kommen. Da der aus Gott Geborene keine Sünden mehr tue (1 Joh 3), sei es nötig, keine Sünden mehr zu begehen und gute Werke zu tun. Jeder Baum, der keine gute Frucht tue, werde verbrannt. Zum Heil sei es nötig, nicht in das Feuer geworfen zu werden. Also sei es auch nötig zum Heil, gute Werke als gute Früchte zu bringen.

Zitierhinweis

Propositiones Stephani Agricolae, in: Controversia et Confessio Digital. Herausgegeben von Irene Dingel. <http://www.controversia-et-confessio.de/id/b736e33b-35aa-404b-a094-107f3f2ae0da>. (Zugriff am 14.11.2019)

Dieser Text steht unter einer CC BY 4.0 Lizenz.

Zur Übersicht