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Ein gutes neues Jahr den Herren dieser Welt (VD16: A 2371)

Amsdorf (Amsdorff), Nikolaus (auf Titel)

Ein gut newe Jar /
den grossen Herrn in
dieser Welt geschanckt.
Durch Niclas von
Amsdorff.
Psal. II.
So lasst euch nu weisen jr Könige / vnd
lasst euch züchtigen jr Richter auff Erden.
Dienet dem HERRN mit furcht / vnd
frewet euch mit zittern.
Küsset den Son / das er nicht zürne / vnd
jr vmbkommet auffm wege / Denn sein zorn wird
bald anbrennen / ABer wol allen die auff jn
trawen.
Coloss. II.
SEhet zu / das euch niemand beraube
durch die Philosophia vnd lose verfürung /
nach der Menschen satzungen / vnd nach der
welt satzungen / vnd nicht nach Christo.
ANNO. 1554.

Druck

Erscheinungsort
Jena (aus Text oder Kolophon)
Drucker
Rödinger, Christian d. J. (aus Text oder Kolophon)
Erscheinungsjahr
1554 (auf Titel)
Umfang und Format
12 Bl. 4°
VD 16-Nummer
A 2371
Bestandsnachweis HAB
S 149b.4º Helmst. (2)
Weitere Exemplare
YH Kapsel 1.4ºHelmst.(16)
Digitalisat
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Inhaltsbeschreibung

Kontroverse
Adiaphoristischer Streit
Kommentar
Mit Bezug auf seine Neujahrsschrift A 2371 von 1553 schreibt Amsdorf, die angesprochenen großen Herren hätten seine Mahnung nicht nur mißachtet, sondern das Gegenteil getan: Prediger, die nach Gottes Befehl das Abendmahl unter beiderlei Gestalt austeilten, würden deswegen verfolgt und "erwürgt", ein Verhalten, daß es selbst bei den Türken nicht gebe. Weil sie Gottes Regel einhielten, würden diese Prediger von den Papisten verfolgt; der Papst habe sein menschliches Gesetz über das Gottes gesetzt. Diesen Gedanken mehrfach variierend, schreibt A., die Mönche würden schreien, daß die Einigkeit an den Lutherischen scheitere, aber wie könne es zu Frieden und Einigkeit kommen, wenn Gottes Gebot (von beiderlei Gestalt) als neue Lehre verlästert und geschändet werde? Genauso sei es mit Priesterehe und Fastengeboten: Menschengebot und Teufelslehre! Immer wieder fragt A. die Fürsten, warum sie mit Gewalt Verstöße gegen Gottes Gebot erzwingen wollten, und droht ihnen deshalb Höllenstrafen an. Beiderlei Gestalt, Priesterehe etc. seien vor 1500 Jahren von Christus eingesetzt, keine neue Lehre und nicht vor 300 Jahren von Mönchen erdichtet. Die Papisten wollten keine Einigkeit, denn sie wollen nicht nachgeben, auch wenn sie Unrecht haben. Es könne keinen Kompromiß geben, denn Religion und Lehre seien "stracks wider einander Contradictorie". Opfermesse und sub unum seien eine neue falsche Religion, nicht von Christus gekommen. Für jeden Kompromiß könne er einen guten Rat geben: "höret den himlischen Vater, was der euch sagt". Wenn sie das täten, würden sie ihre falsche Religion fahren lassen und die alte, wahre annehmen, dann hätte man Fried und Einigkeit. Sonst sei das unmöglich. Deshalb sollten sich die Herren der Welt nicht von den Messpfaffen verführen lassen. Auf den Einwand, man dürfe doch nicht von der Heiligen Römischen Kirche abweichen, stimmt A. zu. Man müsse in der Kirche sein, außerhalb könne keiner selig werden. "Aber hie siehe zu, wer und wo die Kirche ist". Juden, Papisten und Lutherische reklamierten jeweils für sich, Gottes Volk zu sein und verdammten die anderen als Heiden und Ketzer. Wer wolle hier Richter sein? Niemand besser als Christus. Kirche seien die Schafe, die auf seine Stimme hören. Auf den Einwand, damit würden zwar Türken, Juden und alle die nicht an Christus glauben ausgeschlossen, nicht aber die Papisten, antwortet A., diese würden es wohl sagen, aber nicht tun. Denn sie hörten nicht auf seine Stimme bei der Lehre von beiderlei Gestalt und glaubten wie Juden und Türken, daß sie durch gute Werke Gnade erwerben und selig werden könnten.

Zitierhinweis

Ein gutes neues Jahr den Herren dieser Welt, in: Controversia et Confessio Digital. Herausgegeben von Irene Dingel. <http://www.controversia-et-confessio.de/id/e0102024-a4fb-42ea-ae4b-1664dbe73bd0>. (Zugriff am 12.11.2019)

Dieser Text steht unter einer CC BY 4.0 Lizenz.

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