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Professio contra calumnias D. Voit (VD16: J 211)

Theologische Fakultät Jena (auf Titel)

PROFESSIO THE=
OLOGORVM ACADEMIAE IENEN=
SIS, PVBLICE AFFIXA, CONTRA CALVMNI=
as D. Dauidis Voit.
Iohan. 8.
Vos ex patre Diaboli ests, & desideria eius uultis fa
cere. Ipse homicida fuit ab initio & in veritate non stetit,
quia non est veritas in eo. Cum loquitur mendacium, ex
proprio loquitur: quia mendax est & pater mendacij. Hoc
semper in falsis doctoribus propalam cernitur, qui manife
stis mendacijs & parricidiali spiritu in pios grassantur qua
cunq(ue) ratione possunt.

Gegner:
Voit, David (auf Titel)

Druck

Erscheinungsort
Jena (erschlossen)
Erscheinungsjahr
1560 (aus Text oder Kolophon)
Umfang und Format
4 Bl. 4°
VD 16-Nummer
J 211
Bestandsnachweis HAB
S 378.4ºHelmst.(3)
Weitere Exemplare
--
Digitalisat
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Inhaltsbeschreibung

Kontroverse
Majoristischer Streit, Synergistischer Streit
Kommentar
Die Jenenser Theologen verwahren sich gegen die Thesen (Propositiones de iudiciis ecclesiae, Wittenberg, Creutzer, 15.3.1560, M 4016) zur Promotion David Voits, der ursprünglich in Jena studiert, aber in Wittenberg promoviert hatte. In diesen Thesen, besonders in 8 und 28, werde der Eindruck erweckt, in Jena lehre man, daß nach der Rechtfertigung gute Werke (bona opera seu nova obedientia) nicht mehr nötig seien und der Mensch sich in guten wie bösen Aktionen "pure passive" verhalten solle. Diese überaus absurden Blasphemien würden den Jenenser aus Bosheit zugeschrieben. Die Notwendigkeit guter Werke habe man immer gefordert und eingeschärft. Nur den Zusatz "ad salutem" und andere papistische Irttümer Majors habe man bekämpft, wie es Gottes Wort verlange. Man habe dem Menschen auch immer Freiheit zugesprochen, erstens in bösen Werken, zweitens in der äußeren Zucht, drittens dem wiedergeborenen Menschen im neuen Gehorsam. Nur in der Konversion des Menschen habe man seine Passivität gelehrt, weil dort allein der Hl. Geist ohne Beteiligung des menschlichen Willens zum Guten wirke. Man habe zum Hören des Worts und zur Konversion und Gehorsam aufgerufen, aber über die menschlichen Kräfte und den Grund des Glaubens gelehrt, daß sie reines Geschenk Gottes seien. Eindeutig identifizierbar, aber ohne Nennung des Namens greifen die Jenenser Melanchthon an, der im Römerbriefkommentar 1524 geschrieben habe, alles geschehe aus Gott "non permissive sed potenter", so daß der Verrat Judae Gottes eigenes Werk sei wie die Berufung Pauli. So lehre heute niemand. Damit sei allen Verständigen und Gottesfürchtigen klar, daß die Adiaphoristen durch offenkundige Wahrheit überwunden seien, weshalb sie zu Lüge und Sophistereien griffen. Die Erklärung ist unterzeichnet am 22. April 1560 -- drei Tage nach dem Tod Melanchthons. An die lateinischen Ausführungen A 2r - A 3v schließt sich noch ein Teil "Zum deudschen Leser." an, in dem die wesentlichen Aussagen in knapperer Form und deutlich polemischem Ton zusammengefasst werden. Zudem heißt es, der Jenenser Rektor habe Voit dreimal wegen seiner Aussagen vorgeladen, dieser sei aber nicht erschienen und habe seinen Eid, mit dem er die Universität verpflichtet sei, verachtet. Weil der Lügenteufel Voit nicht aufhöre, erkläre man vor der ganzen Christenheit, daß Voit und alle seines Schlages ihne unrecht tue. Wenn nicht die Widersacher es verhinderten, hätte man längst auf einer Synode die zwiespältigen Religionssachen geklärt.

Zitierhinweis

Professio contra calumnias D. Voit, in: Controversia et Confessio Digital. Herausgegeben von Irene Dingel. <https://www.controversia-et-confessio.de/id/b7784acf-2af7-4488-afa6-2503a0c4ecf8>. (Zugriff am 22.06.2024)

Dieser Text steht unter einer CC BY 4.0 Lizenz.

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