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Postel, Guillaume

GND: 118793004

geb. 28.5.1510 in Dolerie/Frankreich, gest. 6.9.1581 in Paris, frz. Mathematiker, Astronom, Hebraist und Orientalist

P. wurde 1539 Professor in Paris, war 1544–46 Jesuitennovize, wurde aber aus dem Orden ausgeschlossen und führte danach als Mystiker, Visionär und Astrologe ein unruhiges Wanderleben. 1547-1549 hielt er sich in Venedig auf, brach dann zu einer Reise in die Levante auf und kehrte 1550 zurück nach Paris. Er veröffentlichte mehrere Übersetzungen aus dem Hebräischen und traf im Frühjahr 1553 in Basel mit Caspar Schwenckfeld, Sebastian Castellio und David Joris zusammen. Von Venedig aus übte er im selben Jahr scharfe Kritik an der Hinrichtung Michel Servets und pflegte weiterhin Briefkontakt mit Schwenckfeld. Im Jahr 1555 wurde P. in Venedig wegen Häresie angeklagt und auch verurteilt, aber als verrückt am Leben gelassen. Allerdings wurde er ab 1556 in Rom in der Ripetta, einem Gefängnis für Juden und Häretiker inhaftiert. P. erlangte seine Freiheit zurück, als das Gefängnis 1559 von der Bevölkerung gestürmt wurde. Seit 1563 lebte er im Kloster St. Martin-des-Champs in Paris.

Archives Biographiques Françaises (ABF): I 850,333-444;851,1-22;II 528,316-318

Quellen

1556
Epistola Postelli ad Schwenkfeldium; P 4476  (Autor)
1556
Palladius, Catalogus Haeresium huius aetatis; P 140  (Gegner)

Zitierhinweis

Postel, Guillaume, in: Controversia et Confessio Digital. Herausgegeben von Irene Dingel. <http://www.controversia-et-confessio.de/id/baedf9de-cd4d-4ad9-941b-4730640f0e00>. (Zugriff am 10.04.2020)

Dieser Text steht unter einer CC BY 4.0 Lizenz.

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