Schimpfwort des Monats

Die Autoren der Streitschriften pflegten eine starke und sehr bildhafte Sprache. In einer Zeit, in der die Alphabetisierungsrate sehr niedrig lag, war es ein probates Mittel, den Gegner durch Beschimpfung wirksam und einprägsam zu charakterisieren und zu beschreiben, um so die eigene inhaltliche Argumentation zu verstärken. Die polemische Sprache ist auch als Ausdruck der starken inneren Beteiligung der Kontrahenten zu verstehen. An dieser Stelle werden einzelne Invektiven aus dem Schriftencorpus im Zitat nachgewiesen und erläutert.

Schimpfwörter nach Alphabet

Hyäne

(…) das er, Flacius, sich nicht an lebendigen, fromen, woluerdienten, christlichen Leuten genügen liesse, dieselbigen auffzufressen, sondern auch als ein mörderische Hyena dem Menschenfleisch in die Greber nachkröche vnd die verstorbenen mit...

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Harpyie

Daß der Churfürst gfangen ist, ist jm auch darzu gut, das er ist loß vnd ledig worden von den vnflätigen Harpijs vnd vnsinnigen, vnnützen Bauchknechten vnd falschen freünden, die sehr vil guts gehindert haben, wie D. Martinus oft geklagt hat....

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Hohlhippler

Solchs solt der Pomer [d. i. Joh. Bugenhagen] billich bedacht haben vnd die vnschüldigen nicht so leichtfertig wie ein Holhipler geschmehet vnnd gelestert haben. Jch bin auch einer aus den zu Magdeburgk, der allezeit (ehr ich auch jtzund...

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